Recycling | Die Antworten auf all eure Fragen

Wer hat auch Eltern und Großeltern, die einem immer wieder dasselbe erzählen? (Ich auf jeden Fall!) Nämlich: Früher, da war das mit dem Abfall gar kein Problem. Was kaputt war wurde repariert, Einwegverpackungen gab es nicht und Bioabfälle wurden in den Kreislauf über Kompost und Tierfütterung zurückgeführt. Aber andere Zeiten, andere Sitten.

Auf der ganzen Welt und besonders in einem wertstoffarmen Land wie Deutschland ist Recycling mittlerweile immens wichtig. Rund 14% des Rohstoffbedarfs deckt die Industrie tatsächlich aus wiederverwerteten Materialien. Wie also am besten mit dem Abfall umgehen? Und wo kommt was hin?

Vermeidbarer Abfall

Der beste Abfall ist natürlich immer noch kein Abfall. Wer es noch nicht schafft komplett “Zero Waste” zu leben, kann zumindest seinen Abfall reduzieren durch wiederverwendbare Alltagsgegenstände (Flaschen, Gläser, richtige Einkaufsplanung). Und auch nicht jedes Loch im T-Shirt bedarf eines Neukaufs. Viele Produkte (Elektrogeräte, Kleidung, Möbel…) lassen sich sehr einfach reparieren oder zur Reparatur bringen. In den meisten Städten gibt es auch sogenannte Repair-Cafés, wo man Hilfe beim Reparieren bekommt.

Unvermeidbarer Abfall: Wohin damit?

Ist nun doch Müll angefallen, oder ein Produkt unreparierbar, stellt sich augenblicklich die Frage: Wohin damit? In Deutschland gibt es seit den 90ern das Recycling-System, durch das immerhin 60% unseres Abfalls recycelt werden. Aber schnell tritt Überforderung ein, wenn ein Abfallprodukt nicht gerade eine Zeitung, ein Apfelgehäuse oder die Plastikfolie ist. So kommt es, dass laut “Verbraucherzentrale Bundesverband” (2015) zwar 97% der Deutschen Müll trennen, nur 37 % aber gründlich. Das schaffen wir doch besser.


Halb voll, halb leer - Hauptsache richtige Tonne:

Restmüll:

  • JA: Glühbirne, Halogenlampe, Papiertücher, verschmutztes Backpapier, Hygieneartikel, Zigarettenkippen, Asche, Porzellan, Spielzeug, nicht mehr benutzbare Büroartikel, Teppichreste, verschmutztes beschichtetes Papier, Fette, Kerzen, Leder, Haare, einge­trock­nete Farben, Windeln, Kehricht, Staubsaugerbeutel, Alufolie (umstritten)
  • NEIN: LED-Lampe, Energiesparlampe, Elektrogeräte, Batterien

Gelbe Tonne für sog. Leichtverpackungen (auch Plastikmüll genannt)

  • JA: Plastiktüten, Plastikflaschen, Tetrapacks, Getränke- und Konservendosen oder Vakuumverpackungen von Kaffee, etc.
  • NEIN: Alufolie aus dem Haushaltsgebrauch, Plastikspielzeug, Plastikeimer

Biomüll:

  • JA: Gemüse- und Obstschalen, Eierschalen, Kaffeefilter, Teebeutel (nicht die aus Plastik)
  • NEIN: Fleisch und tierische Produkte (in manchen Kommunen verboten, in anderen in Zeitungspapier erlaubt)

Papiermüll:

  • JA: nicht verschmutztes Papier, Eierkartons
  • NEIN: Fahrkarten und Kassenzettel (aus Thermopapier), Backpapier, Post-Its und stark mit Essensresten verschmutzte Küchentücher, Servietten oder Pizzakartons

Abfluss:

  • JA: in kleinen Mengen Putz-, Spül- und Waschmittel (hier sind biologische Produkte zu bevorzugen)
  • NEIN: Zigarettenstummel, Farbe, Bleichmittel, Medikamente, Hygiene- und Kosmetikartikel, Essensreste, Mikroplastik (aus Peeling z.B.), Pflanzenschutz- und Düngemittel, Öle (dafür einfach “Fatberg London” googlen ;) )

Altglascontainer:

  • JA: Flaschen (aber bitte sortiert), bei Sonderfarben zum Grünglas
  • NEIN: Korken, Trinkgläser, Spiegel, Fensterglas, Porzellan

Wertstoffhof/Sondermüll:

  • JA: CDs/DVDs, Batterien, Elektroschrott, LED-Lampe, Energiesparlampe, Tapetenreste, Bodenbeläge, Möbel, Matratzen

Altkleidercontainer:

  • UMSTRITTEN: da qualitativ hochwertige Ware zwar in Second-Hand-Läden in Europa landet, qualitativ minderwertige Ware aber in Entwicklungsländern und kaputte Ware (15%) zu Putzlappen etc. verarbeitet wird. Sprich: gut für die Umwelt, in vielerlei Hinsicht schlecht für die Entwicklungsländer
  • BESSER: Kleidertauschparty machen, direkt zur Kleiderkammer bringen, einer sozialen Einrichtung oder ins Sozialkaufhaus


Tatsächlich gibt es zur Mülltrennung viele sehr unterschiedliche Informationen im Netz. Einheitliche Gesetzgebungen müssen noch gefunden oder eindeutiger werden. Zum Teil unterscheiden sich die Regeln auch von Gemeinde zu Gemeinde. Am besten prüft ihr also nochmals für eure Region nach, ob es Sonderregeln gibt.

Hat euch etwas überrascht an der Liste? Was habt ihr euer Leben lang anders entsorgt? Oder seid ihr vielleicht schon beim Zero-Waste-Lifestyle angekommen? Lasst uns gegenseitig in den Kommentaren Tipps geben!

Franziska Lienert

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