Dürre und Lebensmittelverschwendung - wie hängt das zusammen?

Wie hieß es früher immer so schön: "Wenn du deinen Teller nicht aufisst, gibt's morgen kein schönes Wetter". Wenn Mutti nur gewusst hätte, wie recht sie damit hat. Wer Lebensmittel wegschmeißt, hat das in den meisten Fällen bald wieder vergessen. Leider vergisst die Umwelt nicht so schnell. Das lässt sich an dem Dürresommer in diesem Jahr erkennen. Oder wer hätte gedacht, dass die Lebensmittelverschwendung dafür sorgt, dass wir noch weniger Lebensmittel bekommen?

Das Essen und das CO2

Wie das Essen, das auf dem Teller liegt da hin kommt, liegt oft nicht auf der Hand. Der moderne Mensch ist heutzutage zum Großteil weit von der Nahrungsproduktion entfernt. Im Supermarkt kommen die Waren einfach jeden Tag hinterher, sind schnell gekauft, aber auch schnell verschwendet. Dabei fließen jede Menge Ressourcen in die Produktion unseres Essens.

Abgesehen von der harten Arbeit, sind das besonders Wasser, Boden, Energie und Futter. Auch entsteht in der Produktion CO2, bei Fleisch zusätzlich Methangas. Werden die Ressourcen umsonst genutzt, weil das produzierte Essen weggeschmissen wird, so muss neu nachproduziert werden, wodurch wiederum erneut Ressourcen verwendet werden. Somit kommen wir zu einer großen Ressourcenverschwendung und verstärktem CO2-Ausstoß.

Der Nordische Ministerrat hat 2011 belegt, dass pro 1 Kilo Essen in der Herstellung 2 Kilo CO2 produziert werden. [1] Somit trägt die Lebensmittelverschwendung zu Wetterphänomenen bei, die wiederum zu Missernten führen. “Etwa ein Zehntel der globalen Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft könnte bis zur Mitte des Jahrhunderts allein auf die Verschwendung von Nahrungsmitteln zurückgehen.” So lauten die Ergebnisse der Studie “Food Surplus and Its Climate Burden” des PIK. „[Die Landwirtschaft ist] einer der größten Treiber des Klimawandels, mit einem Anteil von circa 20 Prozent der gesamten Emissionen im Jahr 2010.“

Dürre in Deutschland

Den Klimawandel meinte man dieses Jahr in Deutschland am eigenen Leib zu spüren. Besonders waren aber Anzeichen für ihn in der Natur deutlich sichtbar. Schon im August fühlte es sich an, als stünde der Herbst direkt vor der Tür, lief man doch über vertrocknete Blätter auf allen Straßen. Aber nicht nur, dass die Bäume zu wenig Regen bekamen, auch die Felder, auf denen unser Essen produziert wird, waren massiv betroffen.

Laut Bauernverband gab es bundesweit z.B. beim Getreide ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Anbau von Tierfutter wurde mit Einbußen gekämpft. Ernteverlusten zwischen 50 und 70 Prozent bis hin zu Totalausfällen sind das, womit in einigen Regionen gerechnet wird. Es musste vom Bund und den Ländern mit 340 Millionen Euro ausgeholfen werden und bundesweit sind nach Länderangaben rund 10.000 Betriebe so sehr betroffen, dass sie in ihrer Existenz bedroht sind. Das ist sowohl ökonomisch, aber besonders ökologisch ein riesiges Warnzeichen.

Die aktuelle Trockensituation in Deutschland und die zeitliche Entwicklung der Dürre 2018 kann man sich auch hier und hier anschauen.

Was kann man als VerbraucherIn tun?

Um diesen Teil des Kreislaufs zu durchbrechen, muss wieder ein Bewusstsein für den Wert des Essens geschaffen werden. Jedes Lebensmittel hat einen langen Weg hinter sich und trägt mehr Ressourcen in sich, als man auf den ersten Blick erkennt. Wer nicht den Platz oder die Zeit hat, selbst Gemüse oder Obst anzupflanzen, um ein Gefühl für den Aufwand zu bekommen, kann trotzdem im Privaten etwas gegen die Ressourcen- und Lebensmittelverschwendung tun.

Wir haben hier für euch ein paar Ideen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung aufgeschrieben:

Apps, die euch dabei unterstützen weniger Lebensmittel zu verschwenden:

  • Über Too Good To Go könnt ihr überschüssig produziertes Essen in gastronomischen Betrieben zu vergünstigtem Preis abholen
  • Über die “Zu gut für die Tonne”-App könnt ihr euren Einkauf planen und es wird gezeigt was ihr mit euren übrigen Lebensmitteln kochen könnt
  • Über Foodsharing wird überschüssiges Essen unter Privatleuten abgeholt
  • Eat Smarter - App zur Resteverwertung

Es liegt also in unser aller Hand auf allen Ebenen einen Beitrag zu leisten und uns immer bewusst zu machen wie weitreichend die Konsequenzen von Lebensmittelverschwendung sind. „Die Vermeidung von Nahrungsmittelverlusten könnte [sic] ein Hebel sein, der gleich mehrfach greift: für die Minderung der landwirtschaftlichen Folgen für Klima und Umwelt, für die Schonung von Ressourcen in der landwirtschaftlichen Produktion, und zur Verbesserung lokaler, regionaler und globaler Lebensmittelsicherheit,“ so die PIK-Studie.

Zusammen kriegen wir das hin, oder was meint ihr?

[1] "Greenhouses gases can be reduced with 2 kg of CO2-equivalents per kilo of food which is not wasted” - The Nordic Council of Ministers from the report "Initiatives on prevention of food waste in the retail and wholesale trades, 2011"

Franziska Lienert

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