Die Jugend streikt für das Klima

Seit einigen Monaten streiken jeden Freitag tausende SchülerInnen unter dem Motto #FridaysforFuture und rufen globale Führungspersönlichkeiten zum Klimaschutz auf. Am Freitag, dem 15. März, wurde jedoch Geschichte geschrieben: An diesem Tag fand der erste globale von den SchülerInnen organisierte Klimastreik statt, um Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fordern. 1,5 Millionen Jugendliche in mindestens 1.659 Streiks in 110 Ländern kamen zusammen. Die Bewegung, die von der schwedischen Teenagerin Greta Thunberg aus Stockholm initiiert wurde, möchte auf die Klimakrise und das Fehlen von effektiven und ausreichenden Gegenmaßnahmen aufmerksam machen. 

Ursprung des Streiks

Die 16-jährige Greta Thunberg war sich der großen Bedrohung bewusst, die der Klimawandel darstellt, und dass globale Führungspersönlichkeiten nicht genug tun, um sich dem zu stellen. Deshalb saß sie letzten Sommer jeden Freitag vor den Toren des schwedischen Parlaments, statt in die Schule zu gehen, und schlug Klimaschutzmaßnahmen vor: "Warum sollte ich für eine Zukunft lernen, die es bald nicht mehr gibt?". Nach und nach wuchs ihre Initiative in den sozialen Medien, sodass sie sogar an der Konferenz der Vereinten Nationen für Klimapolitik (COP24) sprechen konnte und große Bekanntheit erlangte als sie behauptete, dass führende PolitikerInnen und Regierungen "sich wie unverantwortliche Kinder verhalten".

Greta Thunberg spricht beim World Economic Forum. Quelle: www.pressenza.com

Innerhalb kürzester Zeit haben sich tausende SchülerInnen auf der ganzen Welt dem Streik mit dem Hashtag #FridaysforFuture angeschlossen. Australien, die USA, Japan, Belgien und Großbritannien sind nur einige Beispiele für Länder, die sich mit vielen unterschiedlichen Städten mitmachen. Die Jugendlichen finden es inakzeptabel, dass Erwachsene die Zukunft dadurch zerstören, dass keine Klimaschutzmaßnahmen getroffen werden. Bisher kommt die Mehrheit der beteiligten DemonstrantInnen aus Schulen, aber die Bewegung weitet sich auch auf die Universitäten aus. „Sowohl die PolitikerInnen als auch unsere Regierung müssen verstehen, dass alles, was sie tun, für zukünftige Generationen einen Preis hat“, so Luisa Neubauer, die 22-jährige Studentin und Gründerin der Fridays for Future-Bewegung in Deutschland in einem Gespräch mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier. „Wir machen das nicht zum Spaß, sondern weil wir keine Alternative haben“, erklärte sie The Guardian.

Luisa Neubauer bei einem der Klimastreiks. Quelle: Fridays for Future Deutschland

Durch soziale Medien war es möglich den weltweiten Klimasttreik am 15. März so schnell zu organisieren. Millionen von SchülerInnen und StudentInnen gingen auf die Straße, um für ihre Zukunft zu kämpfen, wie Anna Taylor, Mitbegründerin des britischen Student Climate Network, gegenüber The Guardian sagt: „Diejenigen, die an der Macht sind, betrügen uns nicht nur und nehmen uns unsere Zukunft weg, sondern sie sind es auch, die verantwortlich für die Klimakrise sind, die sich auf schreckliche Weise auf der ganzen Welt entwickelt.“

Barrieren und Unterstützer

Die Klimastreiks der SchülerInnen werden vielfach unterstützt, aber auch kontrovers diskutiert. Einige PolitikerInnen haben auf die Anforderungen der SchülerInnen reagiert, wie z.B. einige wichtige Mitglieder der deutschen Bundesregierung. FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner twitterte beispielsweise: “Ich finde politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern toll. Von Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis.” Luisa Neubauer hatte darauf eine sehr klare Antwort: "Wir stellen fest, dass diese Profis anscheinend gerade nicht in unseren Parlamenten sitzen. Oder irgendwo, wo relevante Entscheidungen getroffen werden."

SchülerInnen bei einem der Klimastreiks. Quelle: Fridays for Future Deutschland

Die SchülerInnen haben aber auch wesentliche UnterstützerInnen. In Belgien unterstützen 3000 WissenschaftlerInnen den Streik und haben sich dem Aufruf zur Klimaschutzaktion angeschlossen. Wichtige Umweltorganisationen wie Greenpeace oder Extinction Rebellion helfen den Jugendlichen, die Bewegung zu verbreiten und auch einige erfahrene AktivistInnen teilen mit den Medien, wie begeistert sie von der Bewegung sind: “Was Greta da initiiert hat, ist eines der hoffnungsvollsten Dinge in meinen 30 Jahren, in denen ich an der Klimafrage gearbeitet habe“, sagte Bill McKibben, Gründer von 350.org, zu The Guardian.

Auch auf politischer Seite können sie auf AnhängerInnen, wie die britische Energieministerin Claire Perry zählen, die „unglaublich stolz“ auf die Leidenschaft und den Einsatz der jungen Menschen für Klimagerechtigkeit ist. Sie sagte gegenüber BBC: "Ich vermute, wenn dies vor 40 Jahren geschehen wäre, wäre ich auch da draußen." Als wäre das noch nicht  genug, haben jetzt auch noch 12.000 WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Ländern einen Brief zur Unterstützung der SchülerInnenstreiks unterzeichnet. 

Die Bewegung hat es mittlerweile auch geschafft generationenübergreifend Menschen zu mobilisieren und ist schon längst nichts mehr nur für Kinder und Jugendliche.

Der 15. März in Deutschland

Bereits im Januar 2019 gab es die erste Fridays for Future Deutschland (FFFD)-Demonstration in Berlin mit 5.000 TeilnehmerInnen. Schnell breitete sich das Konzept aber auch auf andere Städte aus. Mitte Februar gab es bereits 155 Ortsgruppen, die am 15. Februar mit 30.000 Menschen demonstrierten. Und die Bewegung wächst rasant. Am 15. März gab es in Deutschland 220 Demonstrationen, an denen laut VeranstalterInnen bereits 300.000 Menschen teilnahmen.

Streik für das Klima! Quelle: Fridays for Future Deutschland


Auch der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ist ein Kampf für das Klima. Wir freuen uns über die weltweiten Forderungen nach Klimaschutzmaßnahmen, die weiter wachsen, und wir hoffen, dass wir alle dazu beitragen können, den nächsten Generationen eine bessere Zukunft zu hinterlassen.

Franziska Lienert
Content Manager

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