Der Vorratsschrank als Supermarkt - 3 Ideen für mehr Lebensmittelwertschätzung

4 months ago

Herzlichen Glückwunsch, du hast den ersten Schritt der Planung deines Zero Food Waste Einkaufs geschafft und eine gründliche Kücheninventur gemacht! Welche ungeahnten Schätze hast du dabei geborgen?

Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass sich dort gerne angebrochene Pasta, Konserven, Olivengläser, Nussbutter und Gewürze verstecken. Denn für viele Rezepte benötigt man ganz genaue Mengen einer Zutat und schlussendlich bleibt etwas übrig. Bevor du nun deinen Einkauf planst und zum nächstgelegenen Lebensmittelhändler aufbrichst, betrachte doch einfach mal deine Küche als Supermarkt. Denn mit den Zutaten, die du bereits zu Hause hast, lassen sich meistens noch diverse leckere Gerichte zaubern.

Wir haben die Zero Waste Köchin und Autorin Sophia Hoffmann gefragt, welche Tipps sie dir für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln geben kann. Gemeinsam mit den Zutaten aus deinem persönlichen Supermarkt (besser bekannt als Kühl- und Vorratsschrank) ergeben sich köstliche Kombinationen – drei Rezeptideen findest du am Ende des Artikels.

Generell empfiehlt Sophia weniger zu kaufen: “Viele Menschen behaupten gutes, bio und fair produziertes Essen wäre zu teuer. Doch Essen wegschmeißen zu KÖNNEN ist de facto ein Luxusproblem.” Daher lebt sie nach Vivienne Westwoods Credo: “Buy less, choose well, make it last.“ Ihre Top-Tipps für dich:

Werkstoff: Trockenes Brot/Brösel dienen zum Binden, Backen, Panieren, Toppen und sämig Machen von Bratlingen, Kräckern, Gemüsen, Suppen und Eintöpfen.

Leaf to Root: Kohlrabiblätter, Wirsingstrunk oder ausgetriebene Zwiebeln: Solange ein Gemüse nicht schimmelt, fault oder holzig ist, kann und sollte man alle Teile verwenden – in Zwiebeltrieb und Gemüseblatt sitzen geballte Nährstoffe, die im Magen, nicht im Müll landen sollten.

Trocknen: Ob in der Sommersonne, bei Zimmertemperatur, im Backofen oder auf der Heizung – vieles kann durch Trocknen haltbar gemacht werden: Brot, Kräuter, Apfelschalen (Tee), abgeriebene Zitronen-/Orangenschale, Chilischoten.

Und was kannst du nun kochen, wenn du in deiner Küche einkaufen gehst? Sogenannte “Pantry Pasta” – Nudelgerichte aus Zutaten, die man immer im Vorratsschrank hat – ist unser Favorit! Laut epicurious ist eine generell gute Formel für Pantry Pasta, wie folgt zu kombinieren: herzhafte Zutat (z. B. Bohnen) + salzige Zutat (z. B. Kapern oder Oliven) + knusprige Zutat (wie Nüsse oder Paniermehl) + soßige Zutat (wie Öl oder eingelegte Tomaten). Wie wäre es mit einer dieser drei Kombinationen?

Pasta Antipasti

Für diese Variante kannst du nach Belieben Oliven, Kapern, getrocknete Tomaten und/oder Artischocken grob hacken und mit Knoblauch und etwas Chiliflocken in Olivenöl anschwitzen. Wenn die Nudeln al dente sind, mit etwas Kochwasser hinzugeben und mit Salz und Pfeffer anschmecken. Dazu machen sich geröstete Pinienkerne oder auch andere Nuss- und Körnermischungen, die du übrig hast, hervorragend.

Kichererbsen Pasta

Einfach geht’s kaum: zwei gehackte Knoblauchzehen mit Chiliflocken in Olivenöl anbraten. Drei EL Tomatenmark hinzufügen und etwas weiter braten. Dann eine Dose Kichererbsen, eine halbe Tasse trockene Pasta und zwei Tassen kochendes Wasser hinzufügen. Anschließend kochen bis die Nudeln al dente sind und eine Sauce entstanden ist.

Pasta mit getrockneten Pilzen und Semmelbröseln

Getrocknete (und/oder übrig gebliebene frische) Pilze mit einem guten Schluck Weißwein und Gemüsebrühe etwas köcheln. In Olivenöl angebratenen Knoblauch und al dente gekochte Pasta untermischen. Anschließend mit gerösteten Semmelbröseln aus altbackenem Brot bestreuen.

Natürlich sind deiner Fantasie bei diesen Variationen keine Grenzen gesetzt und du kannst die Zutaten beliebig austauschen, je nachdem was Kühl- und Vorratsschrank hergeben. Mehr Ideen zur Resteverwertung und zum “Leaf to Root”-Kochen folgen bald.


Credit: Joseph Wolfgang Ohlert

Über Sophia Hoffmann 

Sophia Hoffmann lebt als Köchin, Autorin und Aktivistin in Berlin. Neben pflanzlicher Küche setzt sie sich für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Feminismus ein und ist als Speakerin, Consultant und Botschafterin in diesen Bereichen tätig. Ihre kreativen veganen Rezepte bestechen durch regionale saisonale Küche und die außergewöhnliche Leuchtkraft natürlicher Zutaten. In all ihren Kochbüchern geht es um mehr als einfach nur Kochen. Ihr aktuelles Buch „Zero Waste Küche“ widmet sich speziell dem Thema Lebensmittelwertschätzung und richtet sich an alle, die spielerisch ihr Wissen über nachhaltigen Lebensstil und Reduktion tierischer Produkte vertiefen wollen. Sophia kocht in Berlin bei Isla Coffee, einem preisgekrönten Café mit Kreislaufkonzept.

Wiebke Eilermann
Content Managerin

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